Berufskodex für die Weiterbildung

Ethische Richtlinien des Forum Werteorientierung in der Weiterbildung e.V.

Präambel

Der Markt der beruflichen Weiterbildung ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl methodischer, fachlicher, pädagogischer und erwachsenenbildnerischer  Ansätze,  die je nach Trainingsbedarf eingesetzt werden. Zu diesem Markt gibt es keine staatlich geregelten Zugangsvoraussetzungen und keinen staatlich geregelten Abschluss.

Um so wichtiger ist es, dass die in diesem Markt tätigen Weiterbildenden (Trainer/Berater/Coaches) zur Transparenz im Markt und zum Schutz der Kundeninteressen einen ethischen  Kodex  aufstellen.  Damit verpflichten sich die Weiterbildenden, diese berufsständische Ethik zu beachten und sich im Konfliktfall der Beschwerdeordnung des Forum Werteorientierung in der Weiterbildung e.V. zu stellen.

Dieser Berufskodex bietet die Basis dafür, dass professionelle Weiterbildende ihre Arbeit in Übereinstimmung mit beruflichen Qualitätsstandards und in persönlicher Integrität ausüben. Die beteiligten  Weiterbildungsorganisationen fördern auf diese Weise den offenen und vertrauensvollen Umgang  aller am Markt Beteiligten, schützen die  Entwicklung des Berufsstandes und weisen auf die Verantwortung und Verpflichtung des Berufsstandes gegenüber der Gesellschaft hin.

Die Mitgliedsorganisationen bestätigen die Anerkennung des Berufskodex durch die Vergabe des Siegels des ‚Forum Werteorientierung in der Weiterbildung e.V’:

„QUALITÄT – TRANSPARENZ – INTEGRITÄT“.

Artikel 1

(Erklärung zum Menschenbild)

Die Weiterbildenden gehen in ihrer Tätigkeit von einem Menschenbild aus, das in der Werteordnung der Menschenrechte wurzelt.Das heißt:

1.1 Die Weiterbildenden bekennen sich zu dem im Grundgesetz verankertem Schutz der Menschenwürde. Danach hat jeder  Mensch  eine  eigene, unantastbare  Würde  und unveräußerliche Rechte, unabhängig  von seinen persönlichen Fähigkeiten.

1.2 Die  Weiterbildenden  begreifen  den  Menschen als eine in sozialen Beziehungen lebende und auf deren lebensdienliche Gestaltung angewiesene Existenz.

1.3 Jeder Mensch wird in seiner unverwechselbaren Persönlichkeit und soziobiographischen Einmaligkeit anerkannt und  ernstgenommen.  Das beinhaltet  das Recht auf  mündige Selbstbestimmung und die Möglichkeit, dieses jederzeit wahrzunehmen; die Rechte Anderer bleiben davon unbeschadet.

1.4 Die  Weiterbildenden unterstützen die Teilnehmenden in der Wahrnehmung ihrer Eigenverantwortung, sind sich aber des Spannungsfeldes der Eigenverantwortung derTeilnehmenden und der Schutzpflicht des Weiterbildenden bewusst.

1.5 Jeder Mensch ist es wert, in der Entwicklung seiner Potentiale gefördert zu werden

1.6 Die Weiterbildenden betrachten den Menschen als ganzheitliches Wesen, das Körper, Geist und Seele integriert und richten ihre Trainingsmethoden daran aus.

Artikel 2

(Zum Selbstverständnis der Weiterbildenden)

Die Weiterbildenden beteiligen sich an der Entwicklung der Gesellschaft und unserer Welt. Sie übernehmen dabei eine besondere Verantwortung.

Das heißt:

2.1 Die  Weiterbildenden sind sich bewusst, dass sie auf die Meinungsbildung und Persönlichkeitsentwicklung vieler  Menschen  Einfluss nehmen.  Sie regen im Rahmen ihrer beruflichen Praxis zum  Überdenken von Haltungen und  Standpunkten  an, verhelfen zu anderen Sichtweisen und bewirken Veränderungen im Verhalten.

2.2 Die Weiterbildenden  verpflichten  sich,  persönliche  Informationen,  die  sie  im  Rahmen ihrer Tätigkeit erhalten, vertraulich zu behandeln.

2.3 Die Weiterbildenden  nehmen  gesellschaftliche  Entwicklungen  wahr.  Ihnen  tragen  sie Rechnung, indem sie sich hinsichtlich ihrer Fachkenntnisse und Methodenkompetenz stets   auf   aktuellen   Stand   bringen   und   sich   zum   Gewährleisten   bestmöglicher Standards  verpflichten.  Sie  sorgen  für  die  eigene  Fortbildung  und  Supervision  und pflegen den Erfahrungsaustausch mit anderen Weiterbildenden.

2.4 Die Weiterbildenden sehen ihre Arbeit in größere Zusammenhänge gestellt. Durch ihre Tätigkeit versuchen sie zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Gesellschaft beizutragen.

Dies kann z. B. beinhalten:

– zu  lebenslangem Lernen und bewusster Lebensführung anzuregen sowie Prozesse zur persönlichen und gesellschaftlichen Werteorientierung zu unterstützen, Macht-  und  Ohnmachtbeziehungen zwischen Männern und Frauen, Kindern  und  Erwachsenen, Alten und Jungen zu bedenken und  sich für die Rechte wirtschaftlich und sozial benachteiligter Menschen einzusetzen,

– bürgerschaftliches Engagement und Möglichkeiten zur politischen Bürgerbeteiligung zu fördern sowie für Formen friedensorientierter Konfliktregelungen einzutreten,

– kulturelle Identitätsbildung und zugleich Offenheit für interkulturelle Begegnungen zu fördern,

– für ein Wirtschaften einzutreten, das die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft sicherstellt.

Artikel 3

(Zum Verhältnis Weiterbildner – Trainingsteilnehmer)

Die Weiterbildenden kommen ihrer  besonderen persönlichen und sozialen Fürsorgepflicht gegenüber ihren Trainingsteilnehmenden nach.

Das heißt:

3.1 Die Weiterbildenden wenden Methoden an, die dem in Artikel 1 ausgeführten Menschenbild entsprechen.
3.2 Die Weiterbildenden gehören auch nicht Institutionen oder Gruppierungen an, deren Haltungen und Überzeugungen den Punkten des Artikels  1 widersprechen und arbeiten  auch  nicht  nach  deren  Methoden,  insbesondere  auch  nicht  nach  den Methoden von L. Ronald Hubbard.
3.3  Die Weiterbildenden enthalten sich jeder Form von Repression gegenüber ihren Trainingsteilnehmenden. Sie begegnen ihnen mit Respekt, Achtung und Wertschätzung.

Artikel 4

(Zum Verhältnis Weiterbildungsanbieter – Nachfrager /Auftraggeber)

Die  Weiterbildenden sehen sich gegenüber Nachfragenden ihrer Leistungsangebote zu den Prinzipien der Wahrheit, Klarheit und  Vertraulichkeit verpflichtet.

Das heißt:

4.1 Im Gespräch mit potenziellen Auftraggebenden liefern die Weiterbildenden wahrheitsgemäße Informationen über ihr Unternehmen, insbesondere über die Art der Arbeit, die das Unternehmen durchführen kann und die bisher für Kunden tatsächlich erbracht wurde.
4.2 Die Weiterbildenden werden ihre Trainings- und Entwicklungsaktivitäten stets zutreffend darstellen. Dazu gehört, die eigene Methodenkompetenz offen zulegen und die im Training oder im Entwicklungsprozess tatsächlich eingesetzten Methoden anzugeben.
4.3 Die  Weiterbildenden  wissen  in  selbstkritischer Einschätzung um die Grenzen der eigenen Kompetenzen und bieten daher keine Dienste  an, die über ihre beruflichen Fähigkeiten/Kompetenzen hinausgehen. Im Gespräch mit dem Auftraggebenden werden dessen spezifische  Erwartungen abgeklärt  und  sorgfältig  hinsichtlich des Nutzens für das auftraggebende System geprüft.

Artikel 5

(Zum Verhältnis der Weiterbildenden untereinander)

Das  Verhältnis der Weiterbildenden untereinander soll gekennzeichnet sein von Respekt und Kollegialität, von Fairness und Kooperationsbereitschaft.

Das heißt:

5.1 Die  Weiterbildenden bringen ihren  Kollegen und Kolleginnen Respekt, Achtung und Wertschätzung entgegen. Kritik an der Berufsausübung  von Kollegen  wird  sachlichkonstruktiv und fair angebracht.
5.2 Im Leistungswettbewerb werden die kaufmännischen Sitten gewahrt.
5.3 Wird ein Kollege / eine Kollegin als angestellte oder freie Mitarbeitende beschäftigt, so wird ihm/ihr eine dem Berufsstand angemessene Gegenleistung angeboten.
5.4 Mit Angehörigen anderer Berufe wird eine loyale und hilfsbereite Zusammenarbeit gepflegt.

Artikel 6

(Zum Verhältnis Weiterbildner und Berufsstand)

Die Weiterbildenden wahren und fördern durch ihr Auftreten und ihre Arbeitsweisen das Ansehen des Berufsstandes.

Das heißt:

6.1 Die Weiterbildenden respektieren die Rechte der jenigen Organisation, deren Mitglied sie sind und setzen sich für deren guten Ruf ein.
6.2 Sie beachten sorgfältig die sozialen Regeln und ethischen Grundlagen der Gemeinschaft, in der sie arbeiten.
6.3 Sie vermeiden irreführende Angaben über eigene berufliche Qualifikationen und Absichten sowie über Verbindungen und Zugehörigkeiten zu Organisationen.
6.4 Die Weiterbildenden anerkennen die berufsständisch organisierten Konfliktlösungsverfahren. (s. Präambel)

Der Berufskodex wurde erarbeitet vom Arbeitskreis ‚Ethik in der Weiterbildung’ mit fachlicher Beratung von:

Dr. Thorsten Jacobi, Ev. Akademie Iserlohe/ Institut für Kirche und Gesellschaft
Brigitte Wettengel, Akademie des DRK
RA Matthias Lindow, Telekanzlei Lindow & Partner, Hamburg
Dr. Jürgen Keltsch, Bayerisches Staatsministerium des Inneren

Mitgliedsverbände/-organisationen im Forum Werteorientierung in der Weiterbildung e. V.

BDVT e.V. Der Berufsverband der Trainer, Berater und Coaches
BDY Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V.
Bundesverband StrategieForum e.V.
DGAK Deutsche Gesellschaft für Angewandte Kinesiologie
DGSL Deutsche Gesellschaft für Suggestopädisches Lehren und Lernen e. V.
DVNLP Deutscher Verband für NeuroLinguistisches Programmieren e. V.
GABAL Gesellschaft zur Forderung Anwendungsorientierter Betriebswirtschaft und aktiver Lehrmethoden in Fachhochschule und Praxis e. V.
NeuroKompetenzForum e. V.
T.O.C. Berufsverband für Training, Organisationsberatung und Coaching e. V.
Trainertreffen Deutschland

Stand Januar 2012
Redaktion: Klaus Dannenberg

„Berufskodex für die Weiterbildung“ des Forum Werteorientierung in der Weiterbildung eV.“

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